Montag, 29. September 2008

Hilfe für Maven

Nur damit ich es nicht vergesse: Ein nützliches Tool für Java-Entwickler, die sich mit Maven rumschlagen müssen, ist Artifactory: Ein einfach aufzusetzendes Enterprise Repository mit einigen Konfigurationsmöglichkeiten. Im Moment verwende ich es, um auf meinem Laptop auch ohne Netzanbindung Maven-Builds bauen zu können (ohne großartige Offline-Modus-Einstellungen).

Ein etwas angestaubter Artikel, der das Einrichten eines Maven-Repositories beschreibt, ist übrigens bei TheServerSide.com zu finden. Wenn ich mich recht erinnere, bin ich hier auch zum ersten Mal auf Artifactory gestoßen.

Nebenbei: Die ständig benötigte Netzanbindung ist sicherlich eines der größten Ärgernisse in Maven. Muß nochmal in Ruhe zusammenschreiben, was in Folge alles an Problemen auftreten kann.

Mittwoch, 10. September 2008

LHC Tag, wir leben noch!

Na sowas! Vor Wochen beunruhigten uns Nachrichten, der Large Hydron Collider, eine Teufelsmaschine in den Tiefen der Nacht unter dem zumindest suspekten, wenn nicht gar kryptodiabolischen Genf, werde das jüngste Gericht über uns bringen, Gerichte werden bemüht (nicht nur in Hawaii), um den Untergang des Universums abzuwenden. Mein Gedächtnis flüstert etwas von Physiknobelpreisträgern als Bedenkenträger, aber ich habe zu wenig Zeit, dafür Links zu jagen.

Erinnerungen werden wach: Event Horizon (dazu gibt's sogar einen Wikipedia-Eintrag), oder, wer es nicht ganz so bierernst meint (und keine Angst vor schlechten Filmen hat), Spawn.

Seit heute läuft LHC. Sieh mal an. Die Nachrichten erwähnen es nur am Rande. Vielleicht sollte ich mich mal durch die Blogs zum LHC wühlen?

Sieht aus, als wenn LHC das Schicksal der ersten Kernspaltung erleiden würde: Viel angstgeschürte Aufmerksamkeit vorher, dann gibt's wieder was Wichtigeres. Zum Beispiel, ob es dem Typen von Tokyo Hotel wieder gut geht. Na schön, um moralischen Implikationen vorzubeugen: LHC hat nicht viel mit Atombomben gemeinsam. Abgesehen vielleicht von Physik.

Aber das trifft ja auch auf Tokyo Hotel zu, das mit der Physik.

Also wieder mal nichts Neues unter der Sonne. Nur die Sache mit den juristischen Klagen ist eine jüngere Entwicklung.

Donnerstag, 4. September 2008

Git als Server

So verlockend der dezentrale Ansatz von git auch ist, früher oder später braucht man doch eine "zentrale Instanz". Und wenn es nur für die Organisation der Releases ist. Git kommt mit einem ganz brauchbaren git-server an Bord, aber es gibt sicher Situationen, in denen man ... mehr will.

Auf scie.nti.st gibt es nun eine sehr ausführliche Anleitung, wie ein solcher "Git-Server" auf Basis von gitosis aufgesetzt wird. Das Ganze verlangt nach einem ordentlich aufgesetzten Python, was ja auf modernen Unix-artigen Systemen gegeben sein sollte. Eventuell nötige Anpassungen sind in der Anleitung beschrieben; die Kommentare sind auch hilfreich.

Git Cheat Sheet

Ich grübele gerade, wie ich ein Problem mit git lösen kann, und siehe, zwischendurch stoße ich auf das hervorragene Git Cheat Sheet von Jan Krüger. Sehr empfehlenswert.

Mittwoch, 3. September 2008

Noch ein Link zu Google: Heise berichtet

Die netten Leute von Heise haben der Gelegenheit angemessen einen "mehrseitigen" Artikel zu Chrome zusammengestellt: Googles Browser Chrome wühlt das Web auf.

Evil Google?

Im Grunde war die Reaktion ja vorhersehbar: Google veröffentlicht einen neuen Browser, und die Welt schreit "Hilfe! Böses Imperium!". Gerade erfreute mich der nicht gerade auf technische Schlagzeilen spezialisierte MDR Figaro mit einem Interview mit einem Medienwissenschafter aus Halle zum Thema Chrome. Schlußlinie: Google muß viel demokratischer werden, sich wieder dem Netz öffnen.

Das sind so diese Tage, an denen ich überlege, ob es sich lohnt, Ohren zu haben. Oder, was das angeht, Augen. Ich bin weit davon entfernt, Google verteidigen zu wollen, aber vergessen die belehrstuhlten Bedenkenträger nicht eine Kleinigkeit? Zum Beispiel daß Google ein komerzielles Unternehmen ist, welches als erste Bürgerpflicht Geld für die Anteilseigner erwirtschaften muß? Und es trotzdem geschafft hat, eine breite Palette von Dienstleistungen kostenlos anzubieten? 

Ganz klar, was "umsonst" ist, muß reguliert werden, ist Gemeingut. Und was erfolgreich ist, muß sowieso reguliert werden. Ich kann mich erinnern, daß in den Tagen von AltaVista die Idee einer Suchmaschine, die automatisch das Internet abgrast, als komplett hirnrissig angesehen wurde. Und zwar von ausnahmslos allen, die irgendwas vom Internet verstanden haben. Nachdem AltaVista an vorhersehbaren technischen und finanziellen Problemen scheiterte (Yahoo war von Anfang an als handeditierte Liste von URLs an den Start gegangen), hat Google erneut den automatischen Ansatz versucht. Bekanntes Risiko, eigene Kosten. Ein Experiment, das funktioniert hat, Erfolg gegen jede Vernunft. War da jemand dabei, der warnend den Zeigefinger erhob? (Abgesehen von den üblichen Verschwörungstheoretikern...)

Wohl nicht. Aber Google ist eben privat, nicht staatlich (sonst wäre das andere Verschwörungslager hinter ihnen her). Das schmeckt wohl nicht allen: Die einen sind sowieso gegen alles, was irgendwie nach Kapitalismus riecht, andere finden es bedenklich, daß Google permanent Dinge "verschenkt" und damit den Markt für Dienstleistungen gegen Bargeld austrocknet, dritte können es einfach nicht ertragen, daß es eine einflußreiche Größe gibt, die nicht von einem internationalen Gremium mit Komitee und gesonderten Komissionen für Menschenrechte, Transparenz und technische Spezifikationen "gelenkt" wird. Und zuletzt gibt es noch die professionellen Bedenkenträger, denen das Thema egal ist, solange man nur für den Vortrag Aufmerksamkeit erheischen kann.

Möge Google standhaft bleiben. Sie haben keinen Grund, sich dem Druck der Neider zu beugen, und wenn sie es täten, würde tatsächlich entstehen, wovor die Unkenrufer warnen: Ein omnipotenter, intransparenter Technologie-Moloch, bei dem nie klar ist, wessen Interessen er vertritt. Und wer es wirklich ernst meint mit seiner Ablehnung von Google als Evil Empire, sei eingeladen, seine eigene Applikation zu bauen, ob Suchmaschine, eMail-Dienst oder Browser. Aber bitteschön mit seinem Geld, nicht mit meinen Steuern.

Dienstag, 2. September 2008

Chrome ist da

Na sowas: Gerade erst erfahre ich, daß es Google Chrome gibt, und schon ist es fertig: Auf der Download-Seite von Chrome steht ein überschaubar kleiner Installer bereit, der die Applikation auf die Platte bügelt.

Auf den ersten Blick ist Chrome unspektakulär: Einfach ein Browser, ohne viele Knöpfe zum dran drehen, der sofort funktioniert und sich irgendwie... googlig anfühlt: Nicht sehr schick, nicht sehr stylish, aber funktional. Understatement. Wo nehmen die Googler eigentlich immer ihre Designer her? Ich bin fasziniert.

Ansonsten ist der eBlätterwald ja heute voller Meldungen zum Thema "Google baut sein Imperium aus" (am peinlichsten sind irgendwie immer die FOCUS-Artikel, auf die ich lieber nicht verlinke, weil ich die aufgeregten, schicksalsschwangeren ... Artikel dort einfach nicht ertragen kann). Ich kann nur sagen: Entwarnung, Chrome erscheint handlich und ist nett, aber nicht das Ende von Firefox, Opera und Exploder.

Größter Minuspunkt übrigens: Zumindest Firefox und Opera gibt es auch für Nicht-Windows-Plattformen; Chrome gibt's offenbar erstmal nur für Windows.

Burning Chrome

Chrome ist offensichtlich ein sehr beliebtes Material. Keine Ahnung, warum. Auf jeden Fall faszinierte es schon William Gibson genug, um eine Kurzgeschichte "Burning Chrome" zu nennen (zu meiner Schande muß ich gestehen, daß mir im Moment nicht einfällt, warum es dort ging). Später verbarg sich unter der Oberfläche von Mozilla (und seinen Nachfolgern, wie Firefox) ein System namens Chrome. Vielleicht in Anlehnung an Gibsons Geschichte? Müßte recherchiert werden.

Neueste Referenz ist Google Chrome. Ein Mythos? Wer weiß, Philipp Lenssens Blog berichtet schon mal über ein Comic zum neuen Superbrowser (offiziell bei Google Books zu finden). Der Comic wurde von Scott McCloud gezeichnet (genau, der mit den Comics zum Comic) und ist unabhängig von der Realitätsnähe des Google Chrome Browers lesenswert.


P.S.: "Burning Chrome" wurde nicht als "Laß die Giraffe brennen" übersetzt. Falsche Assoziation...

Montag, 1. September 2008

Auf der Suche nach dem Verzeichnis

LDAP ist ein interessantes Phänomen: Alle reden darüber, alle wollen es nutzen, aber niemand schreibt, wie es genutzt werden soll. Jüngstes Beispiel: Ich will einen LDAP-Server in Glassfish einbinden. Alles ganz einfach: Glassfish installieren, ApacheDS installieren, Domain im LDAP anlegen, und ... ähm, was jetzt? Klar, ein LDAP-Realm im Glassfish anlegen, aber mit welchen Parametern?

Die Lösung sollte jetzt ganz einfach sein: Google hilft. Also kurz "glassfish ldap" einhacken und gucken, was passiert. Es passiert, was man befürchtet hat: Seiten über Seiten, die sagen, man kann doch LDAP mit Glassfish benutzen (wissen wir schon!), und anschließend Seiten über Seiten, die erklären, wie OpenLDAP installiert wird (interessiert mich nicht).

Auf den Seiten von number 9 verliere ich dann ganz den Faden. (Na ja, daß PostgreSQL die leistungsfähigste frei verfügbare Datenbank ist, wußte ich vorher schon.)

Also, Punktsieg für den Rest der Welt im ewigen ketchup vs. Rest der Welt. Ich werde wohl doch noch in meine JEE-Büchern graben müssen.