Unser schönes Deutschland wird Einwanderungsland, also brauchen wir ... was? Genau, einen Einbürgerungstest. Den hat ja nun jeder.
Aber unser Einbürgerungstest wäre nicht deutsch, wenn er nicht ein paar Besonderheiten hätte. Zunächst einmal werden dem zukünftigen Deutschen aus einem Fundus von ca. 300 Fragen gut einhundert gestellt. Es gilt, wenigstens die Hälfte der Fragen korrekt zu beantworten. Damit es aber nicht zu schwer ist, sind die Fragen als (Multiple?) Choice Fragen angelegt: Einfach das Richtige ankreuzen.
Klingt einfach. Klingt vernünftig. Schließlich wollen wir ja in Deutschland Einwanderer begrüßen, die sich mit Land, Leuten und Kultur identifizieren. Und natürlich Deutsch sprechen. Aber es gibt, wie so oft bei bürokratischen Vorgängen, einen Haken: Die Fragen sind offenbar auch von Deutschen nicht immer einfach zu beantworten. "Wenn Sie Ihrem Kind einen Hund schenken, müssen Sie:" -- ja, natürlich, das Tier anmelden und Hundesteuer zahlen. (Ich halte das ja für eine einfache Frage, aber in Konkurrenz zur Antwort "den Hund impfen lassen" ist es schon eine Fangfrage). Dafür kann man den Test so oft wiederholen, wie man will. Vielleicht will man irgendwann einfach nicht mehr.
Grundsätzlich frage ich mich, ob solche Tests nicht Augenwischerei sind. Schön, sie stellen sicher, daß Einwanderer die Sprache hinreichend gut lesen können. Aber wissen wir anschließend, ob sie uns Eingeborene auch verstehen? Wichtiger noch: Motiviert so ein Test dazu, Deutschland zu verstehen? Kann ein Test das überhaupt? Wenn die Antwort "Nein" lautet (und das ist meine Meinung), dann ist der Test nur bürokratische Schikane. Mit Integration hat das nicht viel zu tun.
Immerhin, wer sich für den deutschen Paß testen läßt, demonstriert wenigstens eine gewisse Leidensfähigkeit und den Willen, sich absurden Anordnungen der Obrigkeit zu beugen. Also vielleicht doch eine gute Vorbereitung auf das Leben als Deutscher?
Dienstag, 26. August 2008
Montag, 25. August 2008
Im Brunnen
Irgendwie scheinen wir uns nur für Dinge zu interessieren, die schon vorbei sind. Jüngstes Beispiel: Die Bestrebungen einer Klage gegen die bundeseinheitliche Steuer-ID. Klar ist, daß eine eindeutige Personenkennzahl schnell weitere Begehrlichkeiten wecken wird, schließlich wollen wir alle etwas gegen organisierte Kriminalität, Kinderpornographie und letztlich gegen Terrorismus unternehmen. Und wer nichts zu verbergen hat, hat ja auch nichts zu verheimlichen, am wenigsten seine Steuer-ID! Also, Tätowierstudios schon mal die Tinte anwärmen, wir braven Brüger ohne Furcht und Tadel kommen bald vorbei, und lassen unsere PKZ auf Stirn und Unterarm pieksen.
Was ich nicht verstehe: Warum ist das Thema jetzt aktuell? Ich kann mich erinnern, daß der Vergleich Steuer-ID = Personenkennzahl schon vor Monaten, wenn nicht Jahren, gezogen wurde. Damals hat es niemanden interessiert. Warum heute?
Ach ja, den gleichen Aufschrei gab es auch, als es hieß, im nächsten Monat wird GEZ-Gebühr auf Internet-PCs fällig. Die jahrelange Debatte im Vorfeld war ja offenbar nur was für Geeks.
Kopfschütteln.
Was ich nicht verstehe: Warum ist das Thema jetzt aktuell? Ich kann mich erinnern, daß der Vergleich Steuer-ID = Personenkennzahl schon vor Monaten, wenn nicht Jahren, gezogen wurde. Damals hat es niemanden interessiert. Warum heute?
Ach ja, den gleichen Aufschrei gab es auch, als es hieß, im nächsten Monat wird GEZ-Gebühr auf Internet-PCs fällig. Die jahrelange Debatte im Vorfeld war ja offenbar nur was für Geeks.
Kopfschütteln.
Dienstag, 19. August 2008
Computer, wie sie sein sollten
Vor ein paar Tagen bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem ein Produkt namens "Delicious Library 2" kurz vorgestellt wurde. Das Ding ist im Grunde eine simple Dinge-Datenbank, recht hübsch in Szene gesetzt, berücksichtigt aber zwei Anwendungen einer solchen "Datenbank aller Dinge", die andere Programme und Systeme vernachlässigen:
Na schön, genörgelt werden darf auch. Delicious Library ist ein sehr, sehr einfaches Programm. Wie viele gute Mac-Programme verzichtet es auf überbordende Features, und beschränkt sich auf das Wesentliche: Artikel erfassen und in verschiedenen Listen halten. Einige Zeitgenossen mögen sich mehr wünschen. Gute Nachricht: Mit AppleScript ist alles möglich. Schlechte Nachricht: Man muß zumindest versuchen, AppleScript zu benutzen.
Und ganz offensichtlich gibt es da noch ein Problem: Delicious Library ist ein Mac-Programm. Wer also keinen Mac hat, steht im Regen (steht er sowieso -- oder läßt sich von einem Freund die Bibliothek scannen und als XML 'rüberreichen - Exportoptionen gibt es reichlich). Aber im Grunde hilft es nur, sich einen Mac zu kaufen. Was sowieso eine gute Idee ist.
Zum Abschluß klaue ich nochmal den Anfang der Delicious Monster Site, weil er mir einfach so gut gefällt:
"Wait, I just hold a CD or DVD or video game or book or whatever up to my webcam, and it magically reads the UPC and downloads that item’s cover and all pertinent information about it, and displays all my stuff on photorealistic shelves? I’ll take it! Right now! This is why I bought a computer in the first place!"
Ja, genau so ist es. Nur fotorealistisch erschien mir damals noch etwas zu utopisch.
- Man kann Dinge (Bücher, Filme, CDs) an Bekannte verleihen (und sich merken, wem man was geliehen hat)
- Man kann seine gesamte Bibliothek in ein, zwei Tagen komplett einlesen
Na schön, genörgelt werden darf auch. Delicious Library ist ein sehr, sehr einfaches Programm. Wie viele gute Mac-Programme verzichtet es auf überbordende Features, und beschränkt sich auf das Wesentliche: Artikel erfassen und in verschiedenen Listen halten. Einige Zeitgenossen mögen sich mehr wünschen. Gute Nachricht: Mit AppleScript ist alles möglich. Schlechte Nachricht: Man muß zumindest versuchen, AppleScript zu benutzen.
Und ganz offensichtlich gibt es da noch ein Problem: Delicious Library ist ein Mac-Programm. Wer also keinen Mac hat, steht im Regen (steht er sowieso -- oder läßt sich von einem Freund die Bibliothek scannen und als XML 'rüberreichen - Exportoptionen gibt es reichlich). Aber im Grunde hilft es nur, sich einen Mac zu kaufen. Was sowieso eine gute Idee ist.
Zum Abschluß klaue ich nochmal den Anfang der Delicious Monster Site, weil er mir einfach so gut gefällt:
"Wait, I just hold a CD or DVD or video game or book or whatever up to my webcam, and it magically reads the UPC and downloads that item’s cover and all pertinent information about it, and displays all my stuff on photorealistic shelves? I’ll take it! Right now! This is why I bought a computer in the first place!"
Ja, genau so ist es. Nur fotorealistisch erschien mir damals noch etwas zu utopisch.
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