Unser schönes Deutschland wird Einwanderungsland, also brauchen wir ... was? Genau, einen Einbürgerungstest. Den hat ja nun jeder.
Aber unser Einbürgerungstest wäre nicht deutsch, wenn er nicht ein paar Besonderheiten hätte. Zunächst einmal werden dem zukünftigen Deutschen aus einem Fundus von ca. 300 Fragen gut einhundert gestellt. Es gilt, wenigstens die Hälfte der Fragen korrekt zu beantworten. Damit es aber nicht zu schwer ist, sind die Fragen als (Multiple?) Choice Fragen angelegt: Einfach das Richtige ankreuzen.
Klingt einfach. Klingt vernünftig. Schließlich wollen wir ja in Deutschland Einwanderer begrüßen, die sich mit Land, Leuten und Kultur identifizieren. Und natürlich Deutsch sprechen. Aber es gibt, wie so oft bei bürokratischen Vorgängen, einen Haken: Die Fragen sind offenbar auch von Deutschen nicht immer einfach zu beantworten. "Wenn Sie Ihrem Kind einen Hund schenken, müssen Sie:" -- ja, natürlich, das Tier anmelden und Hundesteuer zahlen. (Ich halte das ja für eine einfache Frage, aber in Konkurrenz zur Antwort "den Hund impfen lassen" ist es schon eine Fangfrage). Dafür kann man den Test so oft wiederholen, wie man will. Vielleicht will man irgendwann einfach nicht mehr.
Grundsätzlich frage ich mich, ob solche Tests nicht Augenwischerei sind. Schön, sie stellen sicher, daß Einwanderer die Sprache hinreichend gut lesen können. Aber wissen wir anschließend, ob sie uns Eingeborene auch verstehen? Wichtiger noch: Motiviert so ein Test dazu, Deutschland zu verstehen? Kann ein Test das überhaupt? Wenn die Antwort "Nein" lautet (und das ist meine Meinung), dann ist der Test nur bürokratische Schikane. Mit Integration hat das nicht viel zu tun.
Immerhin, wer sich für den deutschen Paß testen läßt, demonstriert wenigstens eine gewisse Leidensfähigkeit und den Willen, sich absurden Anordnungen der Obrigkeit zu beugen. Also vielleicht doch eine gute Vorbereitung auf das Leben als Deutscher?
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