Dienstag, 19. August 2008

Computer, wie sie sein sollten

Vor ein paar Tagen bin ich auf einen Artikel gestoßen, in dem ein Produkt namens "Delicious Library 2" kurz vorgestellt wurde. Das Ding ist im Grunde eine simple Dinge-Datenbank, recht hübsch in Szene gesetzt, berücksichtigt aber zwei Anwendungen einer solchen "Datenbank aller Dinge", die andere Programme und Systeme vernachlässigen:
  1. Man kann Dinge (Bücher, Filme, CDs) an Bekannte verleihen (und sich merken, wem man was geliehen hat)
  2. Man kann seine gesamte Bibliothek in ein, zwei Tagen komplett einlesen
Letzteres ist das wirkliche Alleinstellungsmerkmal von Delicious Library: Einfach den EAN-Barcode des zu archivierenden Artikels vor die iSight-Kamera seines Mac halten, Pieps abwarten, und fertig. In der Realität funktioniert das erstaunlich gut, und wenn der Barcode mal nicht gelesen werden kann (was hin und wieder passiert), hilft die direkte Eingabe der EAN fast immer weiter. Und wo auch das scheitert zeigt sich Delicious Library flexibel: Stichworte werden direkt an Amazon gesendet, und die Trefferliste läßt dort in den Details stöbern.

Na schön, genörgelt werden darf auch. Delicious Library ist ein sehr, sehr einfaches Programm. Wie viele gute Mac-Programme verzichtet es auf überbordende Features, und beschränkt sich auf das Wesentliche: Artikel erfassen und in verschiedenen Listen halten. Einige Zeitgenossen mögen sich mehr wünschen. Gute Nachricht: Mit AppleScript ist alles möglich. Schlechte Nachricht: Man muß zumindest versuchen, AppleScript zu benutzen.

Und ganz offensichtlich gibt es da noch ein Problem: Delicious Library ist ein Mac-Programm. Wer also keinen Mac hat, steht im Regen (steht er sowieso -- oder läßt sich von einem Freund die Bibliothek scannen und als XML 'rüberreichen - Exportoptionen gibt es reichlich). Aber im Grunde hilft es nur, sich einen Mac zu kaufen. Was sowieso eine gute Idee ist.

Zum Abschluß klaue ich nochmal den Anfang der Delicious Monster Site, weil er mir einfach so gut gefällt:

"Wait, I just hold a CD or DVD or video game or book or whatever up to my webcam, and it magically reads the UPC and downloads that item’s cover and all pertinent information about it, and displays all my stuff on photorealistic shelves? I’ll take it! Right now! This is why I bought a computer in the first place!"

Ja, genau so ist es. Nur fotorealistisch erschien mir damals noch etwas zu utopisch.

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