Dienstag, 7. Oktober 2008

Heile Welt und Datenklau

Im Artikel "Jede zweite Rufnummer in den falschen Händen" auf heise.de finde ich gerade einen lustigen Abschnitt:
Gesetzliche Bestimmungen, die den Einsatz etwa von digitalen Markern für die Rückverfolgbarkeit von Daten vorsehen, gebe es schon längst. Wer sich an die Vorschriften halte, könne inzwischen auch bemerken, wenn ein Mitarbeiter sich Zugriff zu größeren Datensätzen verschaffe. Die Defizite lägen eher in der Umsetzung, kritisierte [Thilo] Weichert [Datenschutzbeauftragter von Schleswig-Holstein -- Anm. ketchup].
Nun, das ist ja amüsant. Dazu muß ich sagen, daß ich ein großer Freund von Datenschutz (in beiden möglichen Interpretationen) bin. Allein: Gesetzliche Bestimmungen zu digitalen Markern etc. können nur der Beruhigung des Gewissens dienen, in der Realität taugen die Regelungen nichts: Spätestens im Data Warehouse werden alle Daten aus den ach so sicheren Datenbanken gesaugt und in bunte Bildchen gemanscht. Aber auch sichere Datenbanken sind nicht sicher, weil sie heute nur noch mehr oder weniger dumme Speicher für die Application Server darstellen und nicht mehr feststellen können, wer nun warum auf welche Daten zugegriffen hat.

Der einzig gangbare Ausweg aus der Misere ist tatsächlich Datensparsamkeit: Daten, die ich nicht brauche, werden nicht gespeichert.

Was man nicht hat, kann einem nicht geklaut werden. Alles andere ist Gerede.

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