Dienstag, 29. Juli 2008

Schöngetrunken

Ach ja, Erfolg macht sexy. Kein Wunder, daß alle erfolgreich sein wollen. Beispielsweise will Microsoft mit seinem Windows Vista ganz dringend Erfolg haben, koste es, was es wolle. Na schön, "koste es, was es wolle" hat MS ja schon ein paar Mal erfolgreich durchgezogen, zuletzt meines Wissens nach mit dem Internet Explorer, der mit brachialer Gewalt an die Spitze der verwendeten Browser im Internet geprügelt wurde.

Schon damals war eine spannende Frage, wie der Erfolg gemessen wird. Die verschiedenen Statistiken, die zum Thema Markaufteilung bei Browsern im Umlauf sind, haben ja eine lange Geschichte. Und wenn alle Stricke reißen, muß eben kreativ mit Zahlen umgegangen werden. MS konnte so in knapp zwei Monaten sein Ergebnis verkaufter Vista-Lizenzen um knapp 22% verbessern (von 140 Millionen auf 180 Millionen), indem einfach alle Windows-Lizenzen, die Hersteller wie HP in letzter Zeit verkauft haben, als Vista-Lizenz abgerechnet werden.

Wie schon beim Internet Explorer stellt sich auch hier die Frage nach dem Warum: Weshalb ist Microsoft so erpicht darauf, erfolgreicher dazustehen als sie ohnehin schon sind? (Denn daß sie erfolgreich sind steht völlig außer Frage.) Warum muß Vista möglichst noch erfolgreicher sein, sogar auf Kosten des hauseigenen XP? Ist es nicht offensichtlich, daß Vista eben nicht so erfolgreich ist?

Es kann natürlich sein, daß die neue Spitze bei MS demonstrieren will, daß sie auch ohne Bill ganz gut zurecht kommt. Oder daß man sich keine Schlappe leisten will: Wenn Vista noch teurer war als XP, und noch massiver beworben wurde als XP, muß Vista auch noch besser verkauft werden als XP. (Erinnert mich irgendwie an Civilization: Wenn ich den Wissenschaftsetat erhöhe, bekomme ich automatisch schneller Forschungsergebnisse.)

Aber im Grunde weiß das nur Microsoft.

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